Kramerspitz-Aufstieg über die Martinshütte in Garmisch "Anti-Mainstream"-Wanderung im Zugspitzresort

Freie, menschenleere und naturbelassene Wanderwege, Orte – oder genauer gesagt Berge – die noch nicht vom Tourismus eingenommen wurden und trotzdem unvergessliche Ausblicke und beeindruckende Gipfel bieten, dabei aber für fast Jedermann zugänglich und erreichbar sind? Solche Gebiete scheinen mittlerweile oft schwer auffindbar zu sein. Grade in Tourismus-Hochburgen wie Garmisch-Partenkirchen gehen die ein oder anderen traumhaften Flecken gegenüber „Hauptattraktionen“ wie Zug- oder Alpspitze und Höllental- oder Partnachklamm sehr gerne unter. Klar.. hiermit ist deutlich mehr Geld zu verdienen!

Aber genau solche Orte liebe und suche ich! Wanderwege, die nicht auf den Massentourismus ausgelegt sind, und Berggipfel, die möglichst nicht mit einer Seilbahn zu erreichen sind. Diese Erlebnisse sind nämlich deutlich naturnäher und ganz einfach unbezahlbar! Die Kramerspitz schoss uns aus dem Tal sofort ins Auge… und hat unsere Erwartungen schlussendlich noch übertroffen!

Früh am Morgen wachten wir in unserem doch etwas klein geratenen Zelt auf. Für die nächste Campingtour wird ein größeres Zelt eingepackt (immer mit einer zusätzlichen Person planen). Einen Vorteil hatte es dann aber doch. Es gab keinerlei Gründe länger im Miniatur-Zelt zu verweilen 😛 Aber unser Vorhaben trieb und so oder so aus den Federn!

Blick vom Campingplatz auf die Kramerspitz

Blick vom Campingplatz auf die Kramerspitz

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Nach einer erfrischenden Dusche und einem kurzen Besuch im nahegelegenen Supermarkt packten wir die Rucksäcke. Bis auf eine Hütte, die nach circa einem Drittel des Weges erreicht wird, gibt es nämlich nichts auf der geplanten Route. Es heißt also genügend Verpflegung für die etwa 1200 Höhenmeter mitnehmen!

Erfrischung an der St. Martin Hütte

Ausgehend vom Zeltplatz in Grainau machten wir uns mit unseren Fahrrädern auf in Richtung St. Martin-Hütte, dem ersten und einzigen Zwischenstop auf der Route. Fahrräder? Angereist waren wir mit dem Zug. Die Anbindung der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen an München ist perfekt. Das macht die gesamte Anreise bequem, kinderleicht und vor allem natürlich günstig!

Überquerung der Loisach!

Über die Loisach, einem kleinen Flüsschen das später in die Isar mündet, und über einen stilvoll angelegten Panoramaweg, gelangten wir vorerst zum Berggasthof Almhütte. Hier parkten wir die Räder, um entspannt unsere Wanderung antreten zu können.

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St. Martin Hütte am Grasberg

St. Martin Hütte am Grasberg

Unser "offizieller" Startpunkt für den Kramerspitz-Aufstieg

 

In unserem Visier lag aber zu aller Erst die Kneippanlage oberhalb der Almhütte. Eine kleine Erfrischung im eiskalten Wasserbecken war bei sommerlichen 25 Grad goldwert! Das »Wassertreten« ist eine Behandlungsform im Bereich der Wasserheilkunde, um den Kreislauf anzuregen und die Durchblutung zu fördern. An etlichen Stellen der Wanderwege rund um Garmisch finden sich solche Anlagen wieder!

Über knapp drei Kilometer geht’s anschließend weiter über den Panoramaweg und dann etwas bergauf bis zur Martinshütte am Grasberg oberhalb von Garmisch-Partenkirchen. Ich empfehle dringend hier Rast zu machen! Bei einem kühlen Getränk und perfekten Aussichten auf Garmisch und das Zugspitzmassiv kann man es sich dort gut gehen lassen. Aber nicht zu lange, denn es wartet noch eine nicht zu unterschätzende Strecke!

Magische Trampelpfade und unvergessliche Bilder

Oberhalb der Hütte wird die Wanderung dann erst so richtig spannend. Die Wege werden größtenteils zu Trampelpfaden und teilweise führen sie direkt am Abhang entlang. Ein bisschen muss man natürlich aufpassen, aber alles ist weitestgehend ungefährlich und somit auch für völlig unerfahrene „Bergsteiger“ zu bewältigen.

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Es wird steiler. Hier geht's hoch!

Es wird steiler. Hier geht's hoch!

 

Fit sollte man allerdings trotzdem sein! Es gibt tatsächlich Abschnitte, die so steil sind, dass man beinahe klettern muss. Auch sollte man einigermaßen ausdauernd sein. Grade an warmen Sommertagen muss man sich vor Sonne und Hitze hüten. Genug Wasserreserven sind hier Pflicht, denn Schatten ist Mangelware.

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Auf zum Gipfelkreuz

Der letzte Abschnitt des Aufstiegs ist wirklich atemberaubend! Über einen Berggrat geht’s zum Ziel. Auf der einen Seite sind endlose Nadelwälder zu bestaunen, die andere Seite bietet erneut geniale Ausblicke auf Garmisch-Partenkirchen und die Gebirgskette samt Zugspitze!

Alle Anstrengung hat sich gelohnt!

Als wir verschwitzt auf der kunstvollen Bank am Gipfelkreuz sitzen und unsere Namen in das Gipfelbuch eintragen, wissen wir es.. Es hat sich gelohnt. Für diese beeindruckenden Bilder, diese atemberaubenden Erinnerungen und diese beruhigende Ruhe! Nur ein Päärchen treffen wir am Kreuz, ansonsten beherrscht die Stille das Geschehen! Womöglich aus einem ganz einfachen Grund.. Bergab geht’s auch zu Fuß, denn wie schon erwähnt, eine Seilbahn gibt es erfreulicherweise nicht!

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Ein Naturerlebnis, das man sich eigentlich nicht entgehen lassen darf. Klar.. sich entspannt auf einen Berggipfel fahren zu lassen hat auch seine Vorteile, aber erstens fehlt dabei dann dieses unbeschreibliche Gefühl, all die Höhenmeter mit eigener Kraft bewältigt zu haben, zweitens verpasst man dadurch sehr sehenswerte Wanderwege und Ausblicke und drittens ist eine Seilbahn meistens mit vielen Touristen verbunden. Für Ausdauernde Wanderer, die gern mal die Ruhe genießen wollen, ist die Kramerspitz meines Erachtens genau das Richtige!

Warst Du schon in Garmisch-Partenkirchen oder bist sogar auch schon am Gipfel der Kramerspitz gewesen? Hast Du schon diesen perfekten Ausblick auf die Zugspitze genossen? Schreib es mir unbedingt in die Kommentare!

Hier hab ich noch einige Linkempfehlungen für Wanderungen und Bergtouren in und um Garmisch-Partenkichen für Dich:

 

Bis dann

 

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