Ein Paradies im Westen Deutschlands Drei-Tages-Radtour

Warum halte ich Deutschland eigentlich für so unglaublich faszinierend? Die Antwort darauf ist relativ einfach.

»Deutschland ist total vielseitig!«

Neben Nord- und Ostsee im Norden und den Bergen im Süden des Landes, gibt es eben auch genau solche Ecken wie das Moseltal. Für mich einfach traumhaft und einer der schönsten Flecken in Deutschland, denn hier kann man die nackte Natur genießen und völlig unbeschwert die Seele baumeln Lassen!

Wie Du vielleicht schon festgestellt hast, bin ich super gerne mit dem Fahrrad unterwegs. Ich finde es tut einfach gut den ganzen Tag an der frischen Luft zu sein!
Die Mosel erkunden wir, meine Freundin und ich, also auch auf zwei Rädern. Also besser gesagt auf vier Rädern 😛

Natürlich bietet es sich übrigens an die Tagestour am Rhein mit der Moselfahrt zu verbinden, denn…
Los geht’s in Koblenz!

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Nach einem kleinen Morgensnack in der Innenstadt von Koblenz (übrigens auch mal eine Städtetour wert) geht es auf die „Moselstraße“. Vor uns liegen jetzt etwas mehr als 140 Kilometer, die wir in drei Tagen schaffen wollen.

Von Großstadttrubel ist nach etwa zehn Minuten Fahrt schon überhaupt nichts mehr zu spüren. Es ist ruhig, das Wasser ist viel sauberer als im Rhein und die einzelnen Städte (hier eher Städtchen) liegen jetzt doch etwas weiter voneinander entfernt.

Warum eigentlich gegen den Strom?

Das heißt warum nicht mit der Flussrichtung der Mosel, also von Trier nach Koblenz. Die meisten Reiseguides schlagen nämlich genau das vor, weil die Strecke dann „bergab“ verläuft. Naja.. wir wollen es diesmal einfach mal genau anders herum machen! Was für ein Nervenkitzel 😛

Noch wissen wir nicht viel über die Mosel und ihr Umland, aber das soll sich ja jetzt ändern. Und dass sich hier vieles um Wein dreht, hat man dann auch schnell verstanden. Das erste kleinere Weindorf – Winningen – erreichen wir bei ganz entspanntem Fahrstil nach einer Dreiviertelstunde. Vor dem ein oder anderen Café sitzen schon die frühen Vögel und schlürfen ihren ersten Weiß- oder Rotwein. Sogar im Mai sind die Straßen schon gut mit Menschen und Fahrrädern gefüllt!

Nach einem kleinen Spaziergang durch das Döörfchen geht’s für uns aber weiter in Richtung Etappenziel Cochem. Dort wollen wir mal die Jugendherberge testen. Ob das heutzutage wohl noch eine Option zum Hotel ist?

Moseltalbrück und Tipp für Autofahrer

Kurz hinter Winningen geht es gradewegs auf die Moseltalbrücke zu. Warum ist die überhaupt erwähnenswert? Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens ist sie für Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger sehr beeindruckend. Quer durch die Weinberge passt sie zwar eigentlich nicht ins Bild, aber dieses gigantische Bauwerk ist trotzdem mindestens ein Hingucker!

Zweitens ist sie aber auch extrem interessant für Autofahrer. Auf der Autobahn 61 wurde ein Rastplatz mit Moselaussichtsplattform errichtet. Man kann sich hier ein paar genauere Infos über die Baudaten der Brücke holen und sogar unter der Brücke durch auf die andere Autobahnseite laufen. Coole Idee finde ich!

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Die Strecke von Koblenz nach Cochem ist mit 50 Kilometern normalerweise sehr gut schaffbar. Es bleibt so auch noch einiges an Zeit für Zwischenstopps. Die sollte man aber wirklich auch nutzen, denn die Natur ist einmalig!

Angekommen in Cochem kann man sich einen schönen Überblick von der Moselbrücke verschaffen. Von hier zeigt die Stadt ein tolles Gesicht! Die kleinen Bootsanleger in der Mosel, ein schön gestalteter Fußweg und eine Promenade mit vielen kleineren Restaurants und Gasthäusern. Dazu die grünen Berge im Hintergrund und natürlich das Wahrzeichen der Stadt schlechthin: Die Reichsburg!

Das Wahrzeichen der Stadt Cochem. Die Reichsburg!

Ein Besuch der Reichsburg lohnt sich allemal. Ein Erwachsener zahlt für eine 45-minütige Führung 6 Euro.
Da sind wir aus Koblenz aber andere Preise gewohnt! 😛

Abends wollen wir mal etwas anderes ausprobieren. Statt in einem der Gasthäuser oder im Hotel zu übernachten wählen wir die Jugendherberge. Die ist nicht zu verfehlen, denn sie befindet sich so ziemlich direkt an einem Ende der Moselbrücke Cochems. Wir sind anfangs noch relativ skeptisch. Unter Jugendlichen sind Jugendherbergen mittlerweile nicht mehr so beliebt bzw. werden sie wenig genutzt. Aber die Frage ist.. Warum eigentlich?

Gleich bei der Anmeldung im komplett modernisierten Eingangsbereich wird uns angeboten unsere Fahrräder in der „Fahrradgarage“ zu parken. Ein abschließbarer Unterstellplatz ist mir immer ziemlich wichtig. Wäre ja blöd wenn am nächsten Tag nur noch eine Hälfte Fahrrad da wäre …

Auch alles andere überzeugt uns total und wir haben sogar Glück mit dem Zimmer. Unten im Keller bekommen wir einen großen Raum mit gemütlichem Bett. Das kann echt mit dem ein oder anderen Hotel mithalten.

Auch das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen besteht ganz und gar nicht nur aus einer Scheibe Brot und Käse. Es gibt super viel Auswahl!

Übrigens, wenn man abends mal keine Lust auf ein Restaurant oder sowas hat, kann man sich mit einem Grill oder Ähnlichem einfach eine freie Stelle am Ufer der Mosel suchen. Das ist auch wunderschön!

Grün, Grüner, .. Mosel!

Am nächsten Morgen machen wir uns auf in Richtung Erden. Das nächste Etappenziel ist das Weingut Sankt Anna, das wir über bettundbike.de  gefunden und wegen der vielen positiven Bewertungen gewählt haben. An der Mosel ist es doch ein Muss auf einem echten Weingut übernachtet zu haben! Wir sind also mal gespannt.

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Der Moselradweg macht es den Fahrradfahrern wirklich einfach. Eine Karte, die wir zwar dabei haben, braucht man nicht wirklich, weil es entweder nur einen Weg gibt, man sich immer direkt an der Mosel orientieren kann oder aber alles gut ausgeschildert ist.

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Man hat das Gefühl, je weiter man fährt, desto schöner wird es. Wirkliche Anstrengung spürt man fast nie, weil die Natur einem keine Zeit lässt, darüber nachzudenken… Von Cochem wird es mit jedem gefahrenen Kilometer nämlich ein Stückchen grüner! So zumindest der Eindruck.

Trotzdem müssen wir uns auf dem Weg stärken. Einige Kilometer vor dem Ziel halten wir in Kröv am Echternacher Hof, schlagen uns den Bauch voll und trinken ein, zwei Gläschen leckeren Wein. Danach geht’s in Schlangenlinien auf die Zielgerade. 😛

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Nachdem wir uns zwei Mal verfahren haben, kommen wir dann doch irgendwann am Weingut Sankt Anna an. Die Straßen hier sind leer, es wirkt aber sehr gemütlich und vor allem unsere Unterkunft sieht einladend aus!

An der Eingangstür müssen wir nicht lange warten. Uns macht eine nette Dame auf und bittet uns gleich in Haus. Sie scheint etwas verwundert über das Alter ihrer neuen Gäste zu sein, aber zeigt uns trotzdem gleich alles. Den Essenssaal, den Garten mit direkt anschließendem Weinanbaufeld, eine Garage zur Unterbringung der Fahrräder und schlussendlich natürlich unser Zimmer. Darauf haben wir uns gefreut. Der Tag war dann doch anstrengender als gedacht! 😀

Nach einem leckeren Abendessen und einem kurzen Spaziergang durch die hauseigenen Weinfelder fallen wir todmüde in das große, weiche Bett!

Am nächsten Morgen werden wir schon beim Frühstücksbuffet erwartet. Es gibt Kaffee, verschiedene Brote und Brötchen, Müsli und noch viel mehr! Alles was man braucht.
Leider können wir gar nicht viel länger bleiben. Gerne hätten wir noch eine ausgiebige Weinprobe gemacht, aber dafür reicht die Zeit diesmal einfach nicht. Man sieht sich ja glücklicherweise immer zwei Mal im Leben oder?

Trier vor Augen

Nach dem Frühstück schwingen wir uns wieder auf die Räder und strampeln los. Mit 70 Kilometern ist die Dritte auch gleichzeitig die längste Etappe auf diesem Trip. Das Wetter spielt aber mit und die Natur liefert uns sowieso gute Stimmung am Morgen. So kommen wir ziemlich gut voran und sind gut in der Zeit.

Das ist auch echt wichtig, denn von Trier geht abends unser Zug in Richtung Heimat…

Der Moselradweg nimmt hier einen wunderschönen Lauf. Es geht durch kleine Städtchen, direkt durch die Weinfelder und dann wieder neben der Mosel entlang.

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Gegen Nachmittag erreichen wir Trier. Den Radweg müssen wir jetzt leider verlassen und uns wieder ins Großstadtgetümmel stürzen. Ganz schöner Schock am Anfang. Volle Straßen, hupende Autos, rücksichtslose Busfahrer… Hach, es war doch so schön bis grade! 😀

Irgendwie bahnen wir uns den Weg zum Bahnhof von Trier trotzdem. Vorbei an der »Porta Nigra« und ab durch die Innenstadt, dann noch kurz im Café eine Kleinigkeit essen und trinken und wir sitzen auch schon wieder im Zug nach Hause. Auch Trier landet nach diesem Tag auf der »Städtereise-Liste«.

Schade, dass uns nicht mehr Zeit bleibt! Aber so hat man wenigstens einen sehr guten Grund noch einmal wieder zu kommen. Die Mosel bleibt mir jedenfalls im Gedächtnis!

Habt ihr auch so Orte an die ihr immer und immer wieder gerne zurück denkt oder die ihr auch immer wieder gerne besucht? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare. Ich bin neugierig!

Bis dann

 

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2 Kommentare

  1. Das Moseltal ist einfach wunderschön und da ich früher sehr oft auf der A61 unterwegs war, kenne ich fast jeden Parkplatz, von dem aus man atemberaubende Aussichten hat.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

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